Zecken...wissenswertes Drucken
Geschrieben von: Kirsten Wagner   
Samstag, den 01. April 2017 um 13:38 Uhr

Der folgende Bericht enthält wissenswerte Information über Zecken und die damit verbundenen Themen rund um diese Parasiten.


Zecken gehören zu der Gattung der Milbenspinnen . Die in Deutschland verbreiteteste Zeckenart ist der Gemeine Holzbock . Zecken durchlaufen nach dem Schlüpfen drei Stadien und 2 Häutungsprozesse: Larve (mit 6 Beinen), Nymphe (mit 8 Beinen) und Adulte (erwachsene Männchen und Weibchen). Zecken legen im Verlauf ihres Lebens viele Eier.  Aus einem Ei schlüpft nach 3 Wochen die Larve der Zecke. Diese Larve macht sich auf die Suche nach seinem ersten Wirtstier, z. B. Mäusen, Ratten und Nagetieren. Sobald die Larve vollgesogen ist, fällt sie ab und es beginnt das nächste Entwicklungsstadium, nach dem Häuten, die Nymphe. Diese 1-2 mm großen Parasiten begeben sich nun auf die Suche nach einem Wirt, Nymphen befallen bereits Hunde und Katzen. Nach dem Einnisten  findet eine weitere Häutung zum adulten Tier statt. Das erwachsene Tier befällt danach den Endwirt (Mensch, Tier). Auf dem Endwirt findet die Paarung statt, wonach das Männchen stirbt. Das Weibchen lässt sich in vollgesogenem Zustand fallen und legt seine Eier ab. Hier beginnt der Kreislauf von neuem.

Den Erreger tagen die Parasiten nicht gleich mit sich. Sie infizieren sich im Laufe ihrer Entwicklung von der Larve zur ausgewachsenen Zecke an  dem  Blut von infizierten Wald- und Wühlmäusen sowie anderen Nagern.

Die Zecke hat einen hochentwickelten Stechapparat. Mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen reißt sie die Haut des Wirts auf und gräbt mit ihrem Stachel eine Grube in das Gewebe, das sich an der Stichstelle mit Blut füllt. Nachfließendes Blut saugt die Zecke immer wieder ab. Das But lässt die Zecke wachsen. Sie saugt das Blut ohne Umwege in den Darm. Mit einer einzigen Blutmahlzeit kann eine Zecke jahrelang ohne weitere Nahrung überleben. Sie können Winter mit hohen Minusgraden aber auch Hitzeperioden überstehen. Auch im Wasser halten sie es lange Zeit aus.

Werden Tiere von einer Zecke gestochen, können sie sich ebenso wie der Mensch mit verschiedenen Krankheiten infizieren: Borreliose und FSME sind nur einige davon. Schwere Krankheitsverläufe sind möglich, schlimmstenfalls verenden die Tiere daran. Jede Tierart und jedes Tier reagiert unterschiedlich auf einen Erreger. Mäuse sind zwar Hauptwirte für FSME-Viren und Borreliose-Bakterien, doch sie erkranken selbst selten. Von ihnen nehmen Zecken die Erreger mit dem Blut auf und können sie weiter übertragen. Werden Kühe und Ziegen von einer FSME-tragendenden Zecke infiziert, ist das Virus auch in der Milch nachweisbar und kann beim Verzehr nicht pasteurisierter Milch zu schweren Erkrankungen bei Mensch führen. Eine Infektion beim Hund verläuft meist mit unklaren  Symptomen aber folgereichen Erkrankungen . Hier ist grundsätzlich der Gang zum Tierarzt unumgänglich. Bei Katzen werden die übertragenen Krankheiten durch Zecken als weniger gefährlich eingestuft, dennoch gibt es einige Krankheiten, die durchaus auch Katzen befallen können. Katzen sind meist nur empfänglich für dieses Bakterium und können es aber weiter geben. Auch hier wird bei unklaren Symptomen der Rat des Tierarztes nötig. Bei Pferden können Zeckenstiche, neben anderen Erkrankungen Borreliose auslösen.


Eine Zecke sticht nicht sofort zu. Sie krabbelt und sucht sich eine geeignete Stelle. Nach Erkenntnissen des Robert-Koch Instituts kann es ein bis zwei Tage dauern bis Borrelien übertragen werden. Rechtzeitiges Entfernen vermindert erheblich das Infektrisiko. Die Übertragung von FSME-Viren erfolgt innerhalb kurzer Zeit nach dem Stich.

Auskunft zu den jeweils aktuellen Risikogebieten in Deutschland und Europa können Sie z. B. auf der Webseite des Robert-Koch Instituts erhalten

Trotz dieser Risiken können Sie weiterhin die Natur genießen. Schützen Sie sich und Ihr Tier durch Aufmerksamkeit und Vorbeugung  und durch fachgerechte Beratung von Ihrem Arzt für sich selbst und für ihr Tier durch einen Tierarzt.

Ihre Christa Knell